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Nachdenkenswert: Nachhaltigkeit

Kein Tag vergeht, an dem in den Medien nicht das Thema Nachhaltigkeit auftaucht. Besonders seit der Finanzkrise wird der Ruf danach immer lauter. Nicht nur von seinen langjährigen Anhängern, sondern mittlerweile auch aus breiteren Kreisen der Wirtschaft, der Gesellschaft oder der Wissenschaft selbst. Das Thema ist mitten in der Gesellschaft angekommen. Konsequent und schnell, aber nachhaltig muss sich Wirtschaft und Gesellschaft verändern, um Kindern und Kindeskindern eine lebenswerte Zukunft zu bieten.

Um dies erfolgreich umzusetzen, ist nicht nur ein Umdenken, sondern vielfach auch ein „Neu denken“ notwendig. Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Erfolgsstrategie in der Wirtschaft, sondern auch im Privat- und Gesellschaftsleben. Die verschiedenen Wege in diese neue Nachhaltigkeit waren Ende Juni Thema der jährlich stattfindenden Karma-Konsum-Konferenz in Frankfurt. Organisationen wie „Slow Food“, die sich weltweit für einen "Genuss der Langsamkeit" und für das "Genießen mit Verantwortung" einsetzen, haben dort ihre Erfolgsrezepte präsentiert. Finanzinstitute wie die GLS Bank oder Triodos Bank haben ihr Verständnis von Transparenz und Glaubwürdigkeit dokumentiert und damit ebenfalls Nachhaltigkeit für sich reklamiert. Und last but not least haben sich auch Unternehmen wie Sonnentor (Biokräuter), Dr. Hauschka (kontrollierte Naturkosmetik) oder Voelkel (Fruchtsäfte) ihre entsprechenden nachhaltigen Geschäftsideen gezeigt.

Doch nicht nur Unternehmen präsentierten ihre Ideen und Produkte. Auch die Philosophien, nach denen Wirtschaft und Gesellschaft funktionieren sollen, wurden diskutiert. Themen auf den Foren und in den Diskussionsrunden waren zum Beispiel Biodiversität, also die Erhaltung der Vielzahl der Kulturpflanzen, ohne die eine Gesellschaft buchstäblich ihre Wurzeln verlieren würde. Oder auch „social banking“. Es bedeutet maßvolles, aber erfolgreiches Wirtschaften und betrachtet die Geldanlage als Gestaltung der Gesellschaft. So kann man beispielsweise sein Geld sinnvoll in ein Kindergartenprojekt, einen Bio-Bauernhof oder ein Wasserkraftwerk investieren. All diese Themen zeigten nicht nur Trends auf, sondern auch, wie bereits an einer „besseren“ Welt gearbeitet wird. „Think global, act local“ (Denke global, handle lokal) und “Klasse statt Masse” heißen die Maximen hinter diesen Ideen. Und das gilt auch für die Arbeitswelt, in der Werte wie Sinn, Respekt, Fairness, Nachhaltigkeit und inspirierende Netzwerke an die Stelle von Sicherheit, Status, Macht und Abhängigkeit treten.

Eine nachhaltige Welt ist mithin auch geprägt von sozialen Komponenten, also Investitionen in die menschlichen Bedürfnisse wie Energie, Bildung, Wohnen, gesunde Ernährung, Kunst und Kultur. Aber auch in ökologischer Hinsicht, indem die natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt und entwickelt werden, sowie in ökonomischer Hinsicht, mit dem Ziel, für die Zukunft eine entsprechende Rendite und weitere Entwicklungschancen zu gewinnen.